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Privatkurse - Aktiv IV

Optimal Kurven fahren - leichter Bewegen

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In verschiedenen Fachzeitschriften tauchen in der Darstellung des aktionalen und funktionalen Zusammenhangs wichtige Begriffe auf. Das folgende Glossar erläutert, die in der Beschreibung der Fahrphilosophie und in der praktischen Ausbildung verwendeten Begriffe. Um die Orientierung zu erleichtern, sind die Begriffe nach dem Alphabet geordnet.

 

Angulation = gewinkelte Körperstellung, bei der die Beine stärker kurveneinwärts geneigt sind als der Rumpf. Genau genommen muss man (viele Autoren tun dies) zwischen einer Knie-und Hüftangulation unterscheiden.


Knieangulation

Die Knieangulation entsteht, wenn in der Kurvensteuerung die Knie über Beugen der Beine (Kniebeugung) und Oberschenkeldrehung (Beinedrehen) zum Hang bewegt werden. Um die Be­wegung der Knie zum Hang auszugleichen, bewegt sich der Oberkörper nach außen. Dies bezeichnen wir als Vorseitbeuge. Mit dem Beinedrehen ist das vorwärts-einwärts Bewegen der Knie verbunden. Beides führt zum Aufkanten der Ski, das mit dem Kurvenwechsel endet. Diese Form wird immer dann benutzt, wenn für die situative Lösung von Aufgaben ein aktives Drehen der Ski aus der Falllinie erforderlich ist.

Hüftangulation
Neben der "Knieangulation" gibt es eine Hüftangulation. Bei der Hüftangulation wird die Hüfte in der Kurvensteuerung nach dem Kurvenwechsel (Umkanten) seitwärts verschoben. Der Impuls geht von der Hüfte aus, der Oberkörper bleibt ruhig stehen. Mit der Hüftangulation, die bis zu einem starken Absenken des Körperschwerpunkts zum Hang (Kurvenmittelpunkt) führen kann, ist ein Verstärken des Aufkantens z.B. beim Carven verbunden (häufig kantet dabei der Außenski etwas mehr). Voraussetzung für ein Absenken der Hüfte (Angulation) ist der Gegendruck vom Außenski. Bei der Hüftangulation ist darauf zu achten, dass das Gesäß nicht zum Hang gedreht wird. Das Drehen des Gesäßes zum Hang verhindert das Auf kanten der Ski. Über Demonstration im Stand kann dies gut gezeigt werden. Durch die Hüftangulation werden das Aufkanten verstärkt, die Orientierung in Fahrtrichtung nicht eingeschränkt und der Kurvenwechsel verkürzt. Im flachen Gelände kann über Hüftangulation alleine das Kurvenfahren nahe der Falllinie durchgeführt werden. Die Hüftangulation ermöglicht das Umkanten. Es empfiehlt sich, den Begriff Angulation nur für die "Hüftangulation" zu verwenden. Die Knieangulation bezieht sich mehr auf aktives Drehen und Vorseitbeuge.
 

Drehen:
Beim Drehen unterscheiden wir: Ganzkörperdrehen, Beinedrehen, Gegendrehen, kein Drehen. Das Ganzkörperdrehen kennt das Vorausdrehen und das Mitdrehen. Während beim Vorausdrehen der Oberkörper einen Drehimpuls erzeugt, der sich auf das System (Körper, Ski) überträgt, ist das Mitdrehen immer auf die Bewegung des Geräts ausgerichtet. Das bedeutet, dass sich Schulter-, Hüft- und Knieachse im Verhältnis zur Skiachse mit bewegen. Das Gegendrehen ist ein wenig problematisch, als häufig durch das Gegendrehen die Steuerqualität vermindert wird, weil sich die Knie vom Hang weg bewegen.
 

Eine besondere Situation stellt das Carven dar. Dort drehen weder der Körper noch die Beine aktiv. Dennoch hat beim Kurvenfahren auf der Kante am Ende der Skifahrer gedreht, er steht in entgegengesetzter Richtung, obwohl ein aktives Drehen von Körper oder Bein nicht beteiligt war. Vorsicht mit dem Drehen ist bei hohem Tempo und vor allem beim Carven geboten. Häufig nehmen Skifahrer mit dem Kurvenwechsel (Umkanten) bereits die Außenhand aktiv nach vorne. Dadurch ergeben sich qualitative Einschränkungen in der Kurvensteuerung. Ab der Falllinie sollte der Außenarm nicht mehr aktiv nach vorne gebracht werden. Zu starkes bzw. zu weites Vorführen der Außenhand vermindert die Qualität der Kurvensteuerung auf Grund einer zu starken Drehimpulsübertragung und häufig resultierender Innenskibelastung.
 

Frequenz:
Die Frequenz ist abhängig von der Geschwindigkeit, dem Radius und dem Schwungwinkel. Hohe Frequenz ergibt sich immer bei kleinem Radius und kleinem Schwungwinkel (Abweichung von der Falllinie). Die Festlegung des Radius wird unterschiedlich vorgenommen. Die Begriffe "kurz" und "klein" stehen häufig nebeneinander, werden unterschiedlich interpretiert und verstanden. "Kurz" und "klein" sind abersynonyme Begriffe, die dasselbe meinen. Verwendet man den Begriff Frequenz muss man über Benennung von Radius und Schwungwinkel differenzieren.
 

Ganzkörperkippen:
Ganzkörperkippen bedeutet, dass beim Kurvenfahren das Umkanten beim Kurvenwechsel durch ein Kippen des ganzen Körpers nach vorne innen zur Kurvenmitte erfolgt. Dieses Kippen muss auf Fahrgeschwindigkeit und Gelände abgestimmt sein. Im flacheren Gelände geschieht das Umkanten und damit das Ganzkörperkippen langsamer, im steilen schneller. Es soll eine kontinuierliche Bewegung sein, bei der der Druck zwischen Ski und Schnee nicht verloren geht und nicht sofort in eine Endposition eingenommen wird. Der Vorteil, das Umkanten über Ganzkörperkippen durchzuführen, liegt darin, dass gleichzeitig mit dem Umkanten eine entsprechende Kurvenlage eingenommen werden kann.
 

"Gestrecktes" Außenbein:
"Gestrecktes" Außenbein ist ein Arbeitsbegriff, ein Kürzel, das ausdrücken soll, dass das Bein im Gegensatz zum Beinedrehen beim geschnittenen Kurvenfahren nicht aktiv beugt, sondern nur wenig beugt und nachgebend (= exzentrisch) reguliert. Das Außenbein (verstärkt) hält gegen die äußeren Kräfte. Damit kann man den hohen Kräften z.B. beim Carven begegnen. Das Gegenhalten im Außenbein ist Voraussetzung für die Angulation.
 

Kniekippen:
Durch Kniekippen wird im einfachen, flachen Gelände umgekantet. Dies funktioniert ganz gut, solange man nicht zu weit aus der Falllinie fahren muss und das Umkanten für das Kurvenfahren ausreicht (vgl. Ganzkörper­kippen) Bei ausgeprägterem Kurvenfahren muss das Kniekippen mit aktivem Drehen (z.B. Ganzkörperdrehen) verbunden werden. Will man stärker aufkanten müssen Kniekippen und Beinedrehen durchgeführt werden. Dadurch erhöht sich die Qualität der Kurvensteuerung. Obwohl das Kniegelenk große Bewegungstoleranzen hat, ein Kugelgelenk ist es nicht!
 

Schritt:
Der Schritt beim Kurvenfahren ist kein aktives Vorschieben des Bergbeins. Der Schritt ergibt sich, weil sich beim Kurvenfahren auf Grund der Kurvenlage der Niveau­unterschied zwischen Berg- und Talbein erhöht (=Ausgleichsbewegung). Je weiter die Kurvenlage eingenommen wird, desto größer wird der Schritt. Deshalb gilt: Den Schritt nicht ansprechen, wenn er sich resultativ einstellt.

Überlagern:
Auf Grund der situativen Voraussetzungen überlagern sich verschiedene Grundfunktionen (Kanten, Belasten, Drehen) und Bewegungsspielräume. Also: Ganzkörperkippen und Beinedrehen und vieles andere mehr. Es gibt nur eine Ausnahme: Man kann nicht die Hüfte seit­wärts verschieben und absenken und gleichzeitig das Talbein nach innen drehen (aktives Beinedrehen).
 

Unterfahren:
Neben dem Ganzkörperkippen kann das Umkanten beim Kurvenwechsel auch durch Unterfahren erfolgen (häu­fig bei wenig Zeit für das Umkanten bei kleinen Räumen). Beim Unterfahren werden die Ski  durch Anziehen der Beine (Beugen der Beine) unter dem Kör­per in die neue Kurvensteuerung durchgeschoben. Dabei findet das Umkanten statt. Mit dem Unterfahren (Umkanten) wird der Druck auf dem Führungsski (Außenski) aufgebaut und die Kurve ausgesteuert. Nach dem Unterfahren kann entweder über Beinedrehen (Vorseitbeuge) oder über Kanten (Angulation, z.B. beim Carven) weiter gefahren werden.
 

Vorseitbeuge:
Eine Vorseitbeuge als Ausgleichsbewegung gibt es in Verbindung von Kniekippen und Beinedrehen (häufig bei höherer Frequenz). Dort vollzieht der Oberkörper eine Ausgleichsbewegung zum bergwärts Drehen der Beine (Benedrehen). Auch bei der Angulation ist nach der Definition eine gewinkelte Körperstellung zu beobachten, doch handelt es sich hier nicht um dieselbe Ausgleichsbewegung, sondern der Oberkörper bleibt in seiner Position, während sich die Hüfte seitwärts zum Hang verschiebt.

 

 

 

 

Wir zeigen Ihnen, wie Sie richtig funktioniert!


Zusammenhänge:
Zwei größere Linien von Zusammenhängen sind auszumachen:

Geringere Frequenz:
Kurven fahren mit Ganzkörperkippen


Aktion: Ganzkörperkippen;
Funktion: Umkanten, Belasten (Kurvenlage)

Aktion: "Gestrecktes" Außenbein;
Funktion: Belasten (Druckaufbau auf dem Außenski)


Aktion: Angulation (Seitverschieben der Hüfte);
Funktion: Aufkanten


Reaktion: Schritt;
Funktion: Belasten

 

Hohe Frequenz, steiler Hang:
Kurvenfahren durch Kniekippen und Beinedrehen

 

Aktion: Kniekippen;
Funktion: Umkanten


Aktion: Beugen der Beine und Drehen;
Funktion: Drehen, Kanten, Belasten


Reaktion: Vorseitbeuge;
Funktion: Belasten Zwischen den Aktionen und Bewe­gungsspielräumen sind vielfältige Verbindungen möglich (situative Abhängigkeit).

 

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Aktualisierung: 01.01.2012 - 20:30 / Redaktion: Schneestation
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