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Geschichte des Skilaufs

Entstehung aus der Schlittenkufe:
Diese Möglichkeit wird wenig beachtet, obwohl die Ähnlichkeit zwischen Schlittenkufe und Ski augenscheinlich ist. Zudem weisen gleiche Wortwurzeln auf die ursprüngliche Identität der Schlittenkufe mit den Ski hin. So heißt im Japanischen der Ski "zori" und der Schlitten "suri", im Slowenischen der Ski "smucka" und der Schlitten "smuce" und das polnische Wort für den Ski "narta" geht auf die russische Bezeichnung für den Hundeschlitten "rta" zurück. Der mongolische Wortstamm "tsana" bedeutet sowohl Ski als auch Schlitten!

Entstehung aus dem Fellschuh:

Die ursprüngliche Fußbekleidung ist eine Kombination von Mokassin und Sandale (= steife Sohle). Aus der Sandale könnte durch den Gebrauch mit einem Tretschneeschuh der Ski entstanden sein.

Die Urheimat der Skier
ist nach den vorliegenden Quellen Nordeuropa, Nordasien, Nordamerika. Für unseren Ski sind Skandinavien, Lappland und Finnland die Herkunftsgebiete.

Arten von Skiern:

Verschiedenste Formen sind überliefert: Skier ähnlich unseren Schneereifen; auch ungleich lange Skier, ein kurzer fellüberzogener "Abstoß-Ski" und ein langer "Gleit-Ski" mit tiefer Rille und aufgebogener Spitze wurden gefunden. Diese Skier sind alle parallelkantig! Die Länge der Skier variiert stark. Bis zu 5 m lange Skier für die Robbenjagd wurden gefunden, um "Brücken" über die Atemlöcher der Robben damit schlagen zu können.

Skistock:
Der eigentliche Skistock ist wahrscheinlich wesentlich jünger als der Ski. Der erste Skistock war sicher nichts anderes als ein Wanderstab, der zur Erhaltung des Gleichgewichts dienen soll. Der Doppelstock ist wahrscheinlich als Abstoßhilfe zur Erzielung höherer Geschwindigkeiten bei der Jagd eingesetzt worden.

Zeugnisse über den Skilauf aus der frühen Geschichtsschreibung

In Sagen und Berichten tauchen immer wieder Beweise für die Existenz von Skiern auf. Älteste Zeugnisse geben Berichte des byzanthinischen Geschichtsschreibers PROCOPIUS (550 n. Chr.), des gotischen Mönchs JORDANES (552) und des Langobarden PAULUS DIACONUS (720-790). Sogar aus China sind Überlieferungen über skilaufähnliche Tätigkeit in der Tang-Dynastie (618-907) bekannt. In den Liedern der Edda und den isländischen Sagen wird vom Skilauf berichtet. Auch über Kriege auf Skiern ist zu lesen.

 

Kurze Skigeschichte

Früher Skilauf

Hinweise auf den Skilauf in früher Zeit / Ursprung und Alter des Ski. Das geschätzte Alter "des Ski" schwankt zwischen 2000 und 5000 Jahren. Moorfunde erlauben aufgrund der Bestimmung des Alters der Pflanzen, deren Pollenstaub sich auf den Skiern findet, eine Festlegung des Alters der Skier zwischen 2000 und 4000 Jahren. Das finnische Wort "suksi" für Ski deutet auf ein Alter von 4500 - 5000 Jahren hin.

Felszeichnungen, Funde

Felszeichnungen aus der jüngeren Steinzeit geben Zeugnis vom Vorhandensein des Fortbewegungsmittels "Ski" in dieser geschichtlichen Frühzeit. Die bis heute älteste bekannte Abbildung eines Skiläufers wird 1929 anläßlich einer Torfabtragung auf der nordnorwegischen Insel Rödöy gefunden. Sie ist mit Klopfstein in einen Felsen gehämmert und stellt einen Menschen auf Skiern mit Hasenohren und Wurfholz dar. (Alter: ca. 4500-5000 Jahre).

Neben dieser Zeichnung finden sich eine Anzahl weiterer Felsbilder aus verschiedenen Zeitepochen. So etwa eine ca. 4000 Jahre alte Skiläuferszene aus der jüngeren Steinzeit (siehe Abb. 2), gefunden in der Gegend zwischen Onegasee und Weißem Meer (Vygfluß bei Zalavrouga) oder eine Felsgravur aus Bessow/Noß am Onegasee mit einem Alter von etwa 2500 bis 3000 Jahren (siehe Abb. 3).

Abb. 2: Skiläuferszene aus der jüngeren Steinzeit (Quelle: POLEDNIK, 13)

 

Moorfunde

Skier - vor allem abgebrochene - werden mehrfach in Mooren gefunden. Unter Luftabschluß bleiben sie oft sehr gut erhalten. 


Abb. 4: Ski von Hoting, ältester bisher bekannter Ski (Quelle: POLEDNIK, 276)

 

 

Abbildung 4 zeigt den "Ski von Hoting", den ältesten bisher bekannten Ski, erzeugt mit Steinwerkzeugen und gefunden in einem Moor bei Hoting in Schweden. Sein Alter wird mittels pollenanalytischer Methode auf ca. 4500 Jahre geschätzt. Länge: 110 cm, Breite: 10 cm, Dicke: 1 cm, Stemmloch: quer
Der zweitälteste bekannte Fund datiert aus vor ca. 2000 v.Chr. und ist bei Kiinula in Finnland gefunden worden.
 
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird angenommen, daß die "Erfindung" des Skis durch die Völkern des Altaischen Gebirges erfolgt ist. Leider sind solche Moorfunde aus Sibirien noch nicht bekannt, obwohl es Literaturstellen über die Verwendung von Schneeschuhen bei den Samojeden gibt. Zwei Ausdrücke für den Ski, die auf den Wurzeln "saan" und "suk" beruhen, überschreiten die Sprachgrenzen vieler heutiger Völker- und Rassen. Sowohl die Formen der einzelnen Skitypen, wie die Bezeichnungen für den Ski (das altnordische "skidh" heißt Scheit, Spaltholz) lassen annehmen, daß diese ungefähr zur gleichen Zeit entstanden sind. Das Alter des Ski muß demnach auf über 5000 Jahre angenommen werden, was etwa zeitgleich mit dem Bau der ersten Pyramiden wäre.
 
Alte Skiformen und die Entwicklung des Ski als Gebrauchsgegenstand
 
Die Ursache für die Entwicklung des Ski ist bis heute nicht geklärt. Zwei Möglichkeiten erscheinen am wahrscheinlichsten: die Entstehung aus dem Schneeschuh oder aus der Schlittenkufe. Auch ist nicht geklärt, ob die erste Verwendung im Schnee oder in Sümpfen erfolgt. Der Mensch der Vorzeit lebt von erlegten Tieren. Im Sumpf und im Schnee kommt er schwer an die viel schnelleren Tiere heran - er muß die Trittfläche seiner Fellschuhe vergrößern, um weniger einzusinken und sich schneller fortbewegen zu können - vielleicht, um sich überhaupt fortbewegen zu können! Es ist durchaus denkbar, daß die Schaffung einer Möglichkeit, Sümpfe zu begehen und zu überqueren durch Vergrößerung der Trittfläche ("der Sumpfschuh") primär ist und die Übertragung auf die ähnliche "Situation Schnee" erst sekundär entsteht. Die Umkehrung dieser Deutung ist aber durchaus auch möglich. 

 

 

 

 

Die Verwendung einer Fellsohle auf Schnee läßt sicher bald erkennen, daß Gleiten die Fortbewegung beschleunigt, ebenso wie die weitere Vergrößerung der Trittfläche eine Minderung des Einsinkens - in Sumpf oder Schnee - bedeutet. So wächst der Trittschneeschuh in die Länge und wird auf die Fellschuhe mit Mehrrohrbügel und Riemen gebunden. Erst durch die Erfindung des Fellskis kann das wildreiche Inland Nordeurasiens im Winter erobert werden (weiterer Vorteil: Geräuschlosigkeit des Fellskis beim Anpirschen!).

Entstehung aus der Schlittenkufe:
Diese Möglichkeit wird wenig beachtet, obwohl die Ähnlichkeit zwischen Schlittenkufe und Ski augenscheinlich ist. Zudem weisen gleiche Wortwurzeln auf die ursprüngliche Identität der Schlittenkufe mit den Ski hin. So heißt im Japanischen der Ski "zori" und der Schlitten "suri", im Slowenischen der Ski "smucka" und der Schlitten "smuce" und das polnische Wort für den Ski "narta" geht auf die russische Bezeichnung für den Hundeschlitten "rta" zurück. Der mongolische Wortstamm "tsana" bedeutet sowohl Ski als auch Schlitten!

Entstehung aus dem Fellschuh:

Die ursprüngliche Fußbekleidung ist eine Kombination von Mokassin und Sandale (= steife Sohle). Aus der Sandale könnte durch den Gebrauch mit einem Tretschneeschuh der Ski entstanden sein.

Die Urheimat der Skier
ist nach den vorliegenden Quellen Nordeuropa, Nordasien, Nordamerika. Für unseren Ski sind Skandinavien, Lappland und Finnland die Herkunftsgebiete.

Arten von Skiern:

Verschiedenste Formen sind überliefert: Skier ähnlich unseren Schneereifen; auch ungleich lange Skier, ein kurzer fellüberzogener "Abstoß-Ski" und ein langer "Gleit-Ski" mit tiefer Rille und aufgebogener Spitze wurden gefunden. Diese Skier sind alle parallelkantig! Die Länge der Skier variiert stark. Bis zu 5 m lange Skier für die Robbenjagd wurden gefunden, um "Brücken" über die Atemlöcher der Robben damit schlagen zu können.


Skistock:

Der eigentliche Skistock ist wahrscheinlich wesentlich jünger als der Ski. Der erste Skistock war sicher nichts anderes als ein Wanderstab, der zur Erhaltung des Gleichgewichts dienen soll. Der Doppelstock ist wahrscheinlich als Abstoßhilfe zur Erzielung höherer Geschwindigkeiten bei der Jagd eingesetzt worden.

Zeugnisse über den Skilauf aus der frühen Geschichtsschreibung

In Sagen und Berichten tauchen immer wieder Beweise für die Existenz von Skiern auf. Älteste Zeugnisse geben Berichte des byzanthinischen Geschichtsschreibers PROCOPIUS (550 n. Chr.), des gotischen Mönchs JORDANES (552) und des Langobarden PAULUS DIACONUS (720-790). Sogar aus China sind Überlieferungen über skilaufähnliche Tätigkeit in der Tang-Dynastie (618-907) bekannt. In den Liedern der Edda und den isländischen Sagen wird vom Skilauf berichtet. Auch über Kriege auf Skiern ist zu lesen.

Aktualisierung: 10.10.2010 - 19:39 / Redaktion: Schneestation
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